Unsere Welt verändert sich und mit ihr das Klima. Dürren, Starkregen, ausgelaugte Böden – jetzt sind kreative Lösungen gefragt. Das Wissen aus alten Zeiten, aber auch neue (technische) Verfahren helfen, mit den Herausforderungen unserer Zeit zu wachsen.
Wir zeigen euch vier Projekte:
1. Zurück zu den Wurzeln – Agroforstwirtschaft als natürliche Klimaanlage
Bäume auf dem Acker? Klingt erstmal ungewöhnlich, war aber früher ganz normal. Schon in der Antike gehörten Baum- oder Heckenstreifen selbstverständlich zur Feldwirtschaft. Sie lieferten Holz und Obst, und schützten das Getreide auf dem Feld vor dem Austrocknen.
Die sogenannte Agroforstwirtschaft erlebt gerade in Deutschland ihr Comeback. Grund dafür sind die zunehmenden Dürreperioden.
Deshalb hat ein Landwirt aus Niedersachsen 4.000 Bäume auf seinem Feld gepflanzt. Sie funktionieren wie eine Klimaanlage, bremsen den Wind, halten Feuchtigkeit im Boden und liefern nach einigen Jahren zusätzlichen Ertrag.
2. Ein Bauer ohne Feld
Kein eigener Hof? No Problemo! Ein junger Landwirt aus Siegen zeigt, dass es auch anders geht. Statt eigenes Land zu besitzen, nutzt er die Flächen von verschiedenen Dorfbewohnern zur landwirtschaftlichen Nutzung. Eine Win-Win-Situation. Denn die sind froh, dass sie sich nicht um die Flächen kümmern müssen.
Kartoffeln, Kürbisse, Salat, Gurken oder Geranien wachsen auf mittlerweile zwei Hektar Land. In seinem Hofladen verkauft er die Früchte seiner Arbeit. Sogar Hühner hat er.
3. Wird die Alge die neue Kartoffel?
Algen als Grundnahrungsmittel? Klingt erstmal gewöhnungsbedürftig. Aber auch die Kartoffel galt früher als exotisch. Heute ist sie aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken.
Das Konzept des sogenannten 3D Ocean Farming bringt mit einem neuen, platzsparenden Ansatz Abwechslung auf den Speiseplan. Dabei werden Seetang, Muscheln und Austern gleichzeitig auf derselben Meeresfläche angebaut.
Die Vorteile sind überragend: CO2-Bindung, Wasserreinigung, mehr Artenvielfalt und nährstoffeiche Lebensmittel. Seetang kann zusätzlich in Medizinprodukte, Kosmetik, Dünger, Bioenergie, Verpackungen und als Tierfutter eingesetzt werden.
Nicht schlecht oder?
4. Blumentöpfe aus Nutzhanf
Bereitet ihr auch schon fleißig die Anzucht für euren Garten vor? Hand aufs Herz: Wie viel Plastik sammelt sich dabei an? Anzuchtschalten, Töpfe, Transportverpackungen. Plastik über Plastik, welche am Ende im Müll landet.
Eine Firma bei Coburg hat die zündende Idee: Blumentöpfe aus regional angebautem Nutzhanf. Die Fasern lassen sich maschinell ähnlich wie Kunststoff verarbeiten. Aber eben ohne Weichmacher und Mikroplastik.
Der Hanf-Topf kommt einfach mit in die Erde und ist nach ca. zwei Jahren vollständig verrottet. Die Pflanze überlebt den Topf, nicht umgekehrt. So soll es sein.
Ob Agroforst, gemeinschaftlich genutzte Flächen, Algenfarmen im Meer oder plastikfreie Hanftöpfe – Die Landwirtschaft der Zukunft entsteht jetzt. Vielleicht geht es dabei gar nicht darum, sich nur auf Tradition oder nur auf Technik zu verlassen. Vielleicht liegt die Lösung im Zusammenspiel von altem Wissen und neuen Ideen – Landwirtschaft verantwortungsvoll neu denken.
