Folge 25: Naturnah Bauen mit Holz, Lehm und Co.

Können wir beim Bau auf Beton und Stahl verzichten? Immerhin ist die Klimabilanz dieser konventionellen Baustoffe problematisch: allein die Zementherstellung ist für 8 Prozent und die Stahlherstellung für bis zu 11 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Aber welche Alternativen gibt es? 

Ein Blick auf unsere Vorfahren und in die Natur gibt Antwort: Lehm, Kork und Holz sind ideale Baustoffe. Kombiniert mit moderner Baukunst entstehen langlebige sowie nachhaltig nutzbare Gebäude.

Hier sind vier Vorzeigeprojekte, die natürliche Materialen nutzen:

1. Ein Haus aus Holzbauklötzen

Kaum zu glauben, aber in Braunschweig steht der weltweit erste Supermarkt aus zusammengesteckten Holzbausteinen. Der Vorteil: das Gebäude ist komplett rückbaubar.

Ein Start-up aus Tübingen hatte die Idee, beschädigtes Holz, welches sonst nur als Brennmaterial dient, weiterzuverwenden. Sie fertigen daraus verschiedene Holzbausteine mit Löchern. Anschließend verbinden Holzstäbe, die wie lange Dübel funktionieren, die einzelnen Bausteine zu größeren Blöcken. Jetzt nur noch zusammenstecken und fertig ist die Rohbau-Wand – ganz ohne Leim.

Das Unternehmen hat 2025 sogar den Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewonnen.

2. Kork: effektiv und umweltfreundlich

Kork als Pinnwand oder als Verschluss für Wein kennt jeder. Aber wusstet ihr, dass sich das Material auch prima als Dämmstoff nutzen lässt.

Das Besondere an dem nachwachsenden Rohstoff ist, dass er biologisch abbaubar, ungiftig, lange haltbar und mit nur minimalem Aufwand produziert werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die natürliche Feuer-, Wasser- und Schimmelresistenz.

Auch als Schallschutz und für ein gesundes Raumklima schneidet die Baumrinde sehr gut ab. Ideale Eigenschaften für ein gesundes und nachhaltiges zu Hause. 

Ein kleiner Wermutstropfen: Kork ist kostenintensiver als handelsübliche Dämmstoffe.

3. Super Baustoff Lehm

Lehm als Baustoff hat ideale Eigenschaften: Er kommt lokal vor, ist recyclebar, speichert Wärme sowie Feuchtigkeit und gibt beides später wieder ab. Genau richtig für den Wohnungsbau.

Eine 2023 eingeführte Norm ermöglicht inzwischen den Bau von Lehmgebäuden bis zu einer Höhe von 13 Metern. Immer mehr größere Bauprojekte setzen daher auch auf den natürlichen Baustoff.

Ein Beispiel was Lehm alles kann, zeigt das erste freitragende Lehmgebäude Deutschlands, welches vergangenes Jahr eröffnet wurde.

Zur Initiative

4. Holzhäuser aus dem Erzgebirge

Was wären wir nur ohne Holz? Kaum ein anderer Rohstoff ist so vielseitig verwendbar und kaum ein anderer Baustoff bringt so viel Gemütlichkeit in die vier Wände.

Holzhäuser sind vielleicht nicht neu, aber ein Erzgebirger hat sie neu gedacht – und zwar als Tiny Haus mit Hölzern aus der Region. Gebaut wird ohne Folien, Klebstoffen und Farben.

Die einzelnen (tiny) Module können dabei auch zu einem großen Haus zusammengesetzt werden.

Natürliches wohnen, das bezahlbar ist. 

Nachhaltiges Bauen ist kein Wunschdenken. Natürliche Materialien wie Lehm, Holz oder Kork eignen sich hervorragend als Bau- oder Dämmstoffe. Das wussten schon frühere Generationen. Gebäude aus diesen Materialien lassen sich zudem deutlich leichter zurückbauen und recyclen. Für eine bessere Klimabilanz und ein lebenswertes Morgen.

 

Weitere Quelle:

Bund Berlin

Kompetenzzentrum Klimaschutz

BG Bau

Käsige Unterhaltung

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