Sachsens Milchkönigin – nachgefragt

Luisa Hochstein arbeitet im Familienunternehmen auf dem Milchhof in Wernsdorf bei Glauchau. Sie ist sächsische Milchkönigin. Doch wie ist sie dazu gekommen und welche Aufgaben bestimmen ihren Alltag? Wir haben uns mit ihr über all das und noch viel mehr unterhalten.

Woher stammt dein Wissen über die Landwirtschaft?

Ich bin auf dem Landwirtschaftsbetrieb meiner Eltern in der Nähe von Glauchau aufgewachsen. Wir betreiben Milchviehhaltung und Ackerbau. Bevor meine Eltern den Hof übernommen haben, hatten meine Großeltern die Leitung inne. In unserem Familienbetrieb packt jeder mit an. Wir haben zusätzlich eine Angestellte und eine Auszubildene. Jeder unterstützt, wo er kann. Auch ich bin mit viel Herzblut dabei. Und schließlich studiere ich auch Agrarwirtschaft an der HTW Dresden. Für noch mehr Praxisorientierung habe ich an dem dualen Programm EBBA teilgenommen. Diese Zusatzqualifikation ermöglicht mir neben dem Hochschulabschluss auch einen Berufsabschluss als Landwirtin.  

Was reizt dich daran, Landwirtin zu werden?

Ich liebe die Abwechslung in dem Beruf. Es gibt immer viel zu tun und eine Bandbreite an Aufgaben. Was ich vor allem schätze ist, dass man nie auslernt. Durch die Weiterentwicklung der Technologien muss man sich immer wieder mit neuen Themen auseinandersetzen. Außerdem gibt es eine besondere Solidarität unter den Landwirten. Natürlich spielt auch die Liebe zu den Tieren eine große Rolle für mich. Mein Tag beginnt 6.30 Uhr und als erstes sehe ich nach den Kühen. Dann helfe ich beim Melken. Das machen wir zweimal täglich – 60 Kühe am Tag. Das sind bei etwa 27 Liter pro Kuh täglich ungefähr 1600 Liter.

Was macht eine qualitativ hochwertige Milch aus?

Da steckt sehr viel Controlling dahinter. Qualität fängt beim Tier an. Neben einem artgerechten Umfeld ist das passende Futter wichtig. Man braucht genaue Berechnungen, um die Rationen und Inhaltsstoffe anzupassen – wie bei einer Art Eintopf mit allem, was die Kühe an Nährstoffen benötigen. Die Inhaltsstoffe des Futters lassen wir in einem Labor bestimmen. Diese Werte senden wir unserem Futterberater, der daraus die Ration berechnet. Diese wird immer wieder leistungsgerecht an unsere Herde angepasst. Auch die Kälberzucht ist ein wichtiger Bestandteil. Um hochwertige Milch zu gewinnen, muss man bei den Kälbern anfangen – und dafür sorgen, dass sie gesund aufwachsen. Es dauert etwa zwei Jahre, bis ein Kälbchen zur Milchkuh wird.

Welche Aufgaben übernimmst du als Milchkönigin?

In den zwei Jahren der Amtszeit ist man die Repräsentantin der Milchwirtschaft. Es geht darum, dem Verbraucher die Branche näherzubringen und Verständnis zu erzeugen. Eine große Rolle spielen beispielsweise Themen wie der Milchpreis, die Frage nach konventioneller oder ökologischer Landwirtschaft und die Trennung der Kälber von der Mutter. Zudem betreuen wir einen Instagram-Kanal und arbeiten mit den Sächsischen Erntehoheiten und dem Sächsischen Bauernverband zusammen.

Trinkst du gern Milch und isst Käse?

Natürlich. Ich bin ein großer Milch- und Käse-Fan. Zuhause trinke ich nur unsere Milch – einen halben und manchmal sogar einen ganzen Liter am Tag. Und Käse esse ich so um die 300 Gramm in der Woche. Beim Einkauf lege ich großen Wert auf Regionalität, da landet Heinrichsthaler immer im Einkaufskorb. Außerdem sind gute Bekannte von meiner Familie Landwirte, welche Heinrichsthaler beliefern.

Was ist dein Lieblingskäse von Heinrichsthaler?

Ich habe gleich zwei Lieblingsprodukte von Heinrichsthaler: zum einen ist das der Bockshornkleekäse und zum anderen der Bierkäse – zwei besonders leckere Sorten.

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