Folge 27: Zurück in die Heimat – Zurück nach Sachsen

Wenn alte Berufe neue Wurzeln schlagen

Was verloren zu gehen droht, lebt plötzlich wieder auf. Mit neuen Ideen, alter Handwerkskunst und dem Mut, etwas aufzubauen das Bestand hat, kehren Menschen zurück in die Heimat. Wir zeigen euch fünf Sachsen, die Tradition und Handwerk in ihrer Region (auf)leben lassen und pflegen:

1. Erinnerungen erhalten: Die Buchbinderei in Pirna

Anna und Frieda sind Buchbindemeisterinnen. Nach ihrer Walz durch Europa und Asien retten Anna und Frieda in Pirna ein selten gewordenes Handwerk: die Buchbinderei. Dadurch können sie die verschiedensten Techniken anwenden und restaurieren damit nicht nur alte Bücher, sondern auch Erinnerungen. Neben Reparaturarbeiten bieten sie in ihrer Werkstatt auch Neuanfertigungen, Alben und sogar Workshops an. 

2. Nachhaltiger Holzbau in der Oberlausitz

Lukas baut natürliche und nachhaltige Wohnhäuser. Aber der Weg zur Firmengründung war weit: Von der Schweiz über Kanada und China. Und dennoch ist es nirgends so schön wie in der Oberlausitz. Die Holzbau-Tradition ist hier tief verwurzelt, genauso wie Lukas’ Heimweh. Mit seinen Häusern möchte er ein Zeichen in der Region setzen.

3. In Flöha geht wieder die Post ab

Richtig mutig ist der 21-jährige Paul. Er päppelt das alte Postamt in Flöha wieder auf. Jetzt finden die Einwohner hier einen Imbiss, einen Shop und ein Café. Besonders der Postservice weckt bei den älteren Bewohnern von Flöha Erinnerungen. Und so lassen Gespräche nicht lang auf sich warten. Paul hat einen Ort der Zusammenkunft und Gemeinschaft geschaffen. Eine Bereicherung für den kleinen Ort.

Einerseits kann jeder bei sich zu Hause anfangen – das ist gar nicht schwer. Infos dazu findet ihr in unserem Homepagebeitrag hier.

Polen hat außerdem einen weiteren Weg gefunden, der auf Solidarität setzt: In polnischen Städten stehen öffentlich zugängliche Kühlschränke, die jeder befüllen kann und aus denen sich jeder bedienen darf. Ein einfaches Prinzip mit großer Wirkung.

Ein kleines, aber starkes Zeichen gegen Verschwendung und für ein würdevolles Miteinander.

4. Ein Dresdner Original: Hostien

Ob Petra viel in der Welt herumgekommen ist, wissen wir nicht. Fest steht: die Tätigkeit, die sie ausübt ist in Deutschland selten. Sie ist Hostienbäckerin. Hostien sind eine Art kleine Oblate mit besonderer Prägung, die zum Gottesdienst gereicht werden. Von Dresden verschickt sie mit ihren drei Kolleginnen das zarte Gebäck an 1.600 Gemeinden in ganz Deutschland. Gebacken wird nach dem einfachsten Rezept der Welt. Was könnte das sein?

Handwerk hat goldenen Boden – das gilt heute mehr denn je. Unsere vier Beispiele zeigen, dass es keine großen Gesten braucht, um etwas zu bewegen. Manchmal reicht der Mut, nach Hause zu kommen und das zu tun, was man liebt. Und schließlich profitieren wir alle davon. Was hier entsteht, entsteht nicht nur für eine Person, sondern bereichert die ganze Gemeinschaft.

Käsige Unterhaltung

Entdecken Sie die Heinrichsthaler Käsewelt