Ein neues Konzept zur Varroa-Behandlung
Der Winter 2024/2025 war für viele Imker eine harte Prüfung. Auch Hobbyimker Florian musste schmerzlich lernen: Durch eine ungünstige Behandlungsstrategie und starke Temperaturschwankungen während der chemischen Milbenbehandlung verlor er 75 % seiner Völker an die Varroamilbe.
Das Problem: Milben verstecken sich in der Brut
Der Schlüssel zum Verständnis liegt in der Biologie der Varroamilbe: Rund 80 % der Milben halten sich in der verdeckelten Brut auf – und sind dort für chemische Wirkstoffe kaum erreichbar. Hinzu kommt, dass viele Behandlungsmethoden gleichbleibende Temperaturen über einen längeren Zeitraum erfordern – eine Bedingung, die das Wetter nicht immer erfüllt.
Die Lösung: Brutpause mit dem Königinnenisolator
Für die Sommerbehandlung 2025 entschied sich Florian für einen anderen Ansatz: statt Ameisensäure setzte er auf einen Königinnenisolator. Dieser spezielle Absperrkäfig ermöglicht es den Arbeiterinnen, die Königin weiterhin zu pflegen und zu versorgen – verhindert jedoch, dass sie Waben baut oder Eier legt. Das Ergebnis: eine gezielte, vollständige Brutpause.
Nach 24 Tagen war sämtliche Brut geschlüpft. Keine einzige Varroamilbe konnte sich noch in einer verdeckelten Zelle verstecken. Anschließend wurde die Königin freigelassen und die Völker einmalig mit Oxalsäure bedampft – ein gezielter Schlag gegen die verbliebene Milbenpopulation bei maximaler Wirksamkeit.
Zusätzlicher Vorteil: Natürlicher Brutanreiz
Durch die reduzierte Volksstärke während der Behandlung entstand für die Königin nach der Freilassung ein starker natürlicher Anreiz zur Eiablage. Das Timing erwies sich als ideal: Direkt im Anschluss an die Varroa-Behandlungsphase begannen die Völker mit der Aufzucht der wichtigen Winterbienen.
Das Ergebnis: 100 % Winterüberlebensrate
Im Frühjahr 2026 zog Florian eine erfreuliche Bilanz: Alle behandelten Völker haben den Winter überlebt – und präsentieren sich sogar stärker als in den Jahren zuvor. Auch im Frühsommer 2026 ist der Milbendruck erfreulich gering. Die Bienen sammeln fleißig Raps- und Kastaniennektar.
