Die besten Ideen liegen direkt vor unserer Nase – es muss nur noch jemand darauf kommen. Ressourcenknappheit, veränderte Umwelteinflüsse, neue Fertigungstechniken und Recyclingtechnologien bringen uns dazu, die Verwendung von Materialien neu zu denken. Wir zeigen euch drei Beispiele, wo das schon gelingt:
1. Taschen statt Müll
Große Events hinterlassen jedes Jahr Tonnen an Banner-, Stoff- und Dekomaterial, das danach niemand mehr braucht – es landet in der Tonne. Das Basler Projekt WERT!Stätten hat 2025 den Werbematerialien des Eurovision Song Contest (ESC) ein zweites Leben gegeben. Rund 70 Freiwillige fertigten daraus Etuis, Taschen oder Portemonnaies.
Außerdem setzt sich WERT!Stätten gegen Lebensmittelverschwendung, Armut und Einsamkeit ein.
2. Kork, Zuckerrohr und alter Kunststoff statt Asphalt
Die Sommerhitze hat gezeigt, dass hohe Temperaturen für Asphalt und Beton eine enorme Belastung sind: Asphalt wird weich und Beton wölbt sich auf. Schon lange wird daher an einem klimatisch angepassten Straßenbelag geforscht, der vor allem auch umweltfreundlich ist.
Vor einigen Jahren wurde in Portugal an der Beimischung von Kork geforscht. Der nachwachsende Rohstoff isoliert Wärme und dämpft außerdem Vibrationen.
In Brasilien mischen Forscher Rückstände von Zuckerrohr dem Asphalt bei. Die Vorteile: eine bessere Elastizität und eine höhere Widerstandskraft gegen Verformungen.
Hawaii und Deutschland testen hingegen Asphaltmischungen mit recyceltem Kunststoff und Fischernetzen. Und auch hier gibt es erste positive Ergebnisse.
3. Pilze statt Holz
Wir Menschen sind ein Teil der Natur. Und auch, wenn wir das im stressigen Alltag oft vergessen, gehören wir zu demselben Kreislauf wie alle Lebewesen. Am Ende kehren wir wieder komplett in die Natur zurück.
Seit vielen Jahrhunderten ist es Tradition, Verstorbene in einem Holzsarg zu bestatten. Ein niederländisches Unternehmen hat eine nachhaltigere Alternative entwickelt: Einen Sarg aus Pilzmyzel. Ganz ohne kunststoffbasierte Klebstoffe. Von der Natur, in die Natur.
Alle drei Projekte verbindet eine Gemeinsamkeit: Einen neuen Blick, auf das, was schon da ist. Vielleicht findet ihr selbst Ideen, wie sich bestehende Materialien neu nutzen lassen – für eine nachhaltigere Zukunft.
