Folge 30: Über Verantwortung und zweite Chancen

Wie wir mit Menschen und Tieren umgehen, die auf Unterstützung angewiesen sind, sagt viel über unsere Gesellschaft aus. Lest selbst, wie unterschiedlich Verantwortung aussehen kann und wie aus kleinen Ideen echte Teilhabe und neue Chancen entstehen:

1. Bauernhof statt Altersheim

Carefarming“ bietet Menschen, die im Alltag Unterstützung brauchen, eine Alternative zu klassischen Betreuungseinrichtungen – unter anderem älteren Menschen. Neben der gesundheitlichen Betreuung bietet das Konzept auch Unterstützung bei täglichen Aufgaben an. Die Nähe zur Natur, zu den Tieren und das Übernehmen von kleineren Aufgaben im Bauernhofalltag können das Wohlbefinden messbar steigern. Schließlich ist es ein Grundbedürfnis, gebraucht zu werden.

2. Ein Schulfach, das Kinder mental und emotional stärkt

Im Fach „Selbstentwicklung und mentale Gesundheit“ lernen österreichische Schüler u. a. Selbstführsorge, Konfliktmanagement und wie sie Selbstvertrauen aufbauen können. Laut einer begleitenden Pilotstudie zeigten die Schüler nach einem Jahr unter anderem mehr Empathie und Lernmotivation. Nun soll das Projekt in weiteren Schulen ausgebreitet werden. 

3. Zweite Chance für ausgegrenzte Menschen

Manchmal wirft uns eine falsche Entscheidung oder ein Schicksalsschlag aus der Bahn. Oft sind dann die Weichen gestellt und der weitere Weg wird steinig. Das Unternehmen „Heyho“ nennt sich selbst „Die soziale Müslirösterei“ und gibt Menschen mit schwierigen oder unterbrochenen Lebensläufen eine Chance auf Arbeit. Der Glaube an eine sozialere Wirtschaft und Gesellschaft treibt die Gründer an.

4. Tierschutz in Frankreich – Straftatbestand Tiere aussetzen

Haustiere bringen uns Freude, sie trösten uns, sind unsere Freunde. Aber Haustiere sind vor allem eins: Lebewesen, die nicht immer das machen, was wir wollen und deren Sicherheit in unserer Hand liegt. Eine vorschnelle Entscheidung oder eine Überforderung mit der Verantwortung kann dazu führen, dass Menschen Tiere aussetzen. Der Naturschutzbund geht jährlich von hunderttausenden ausgesetzten Haustieren aus.

In Deutschland ist das Aussetzen oder Zurücklassen von Haustieren verboten und grundsätzlich eine Ordnungswidrigkeit. Frankreich setzt hier ein deutlicheres Zeichen: Das Aussetzen eines Haustieres wird mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von bis zu 45.000 Euro bestraft werden.

Quelle: Französisches Landwirtschafts- und Ernährungsministerium. (2023). La lutte contre l’abandon des animaux de compagnie.

Im Klassenzimmer, auf dem Arbeitsmarkt, im Pflegesystem oder vor dem Gesetz für diejenigen, die keine Stimme haben: Vier ganz verschiedene Ansätze, die auf den ersten Blick klein erscheinen und trotzdem viel bewirken.

Käsige Unterhaltung

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